Hazrat Shah Maghsoud Sadegh Angha ist der 41. Meister der Oveyssi Schule. Hazrat Pir spricht mit grenzenloser Ehrfurcht von seinem Vater und Vorgänger, Molana Shah Maghsoud Sadegh Angha (Professor Angha). Hazrat Pir schreibt: „Seine Lehren setzten ein Zeichen für das Kommen eines neuen Zeitalters in der Geschichte des Sufismus. Die Wahrheit des Islam sollte weltbekannt gemacht werden."
Wer war dieser Lehrer, der erwiesenermaßen einen derartigen Einfluss auf die Entwicklung des Sufismus hatte? Geboren am 4. Februar 1916, war Professor Angha von frühster Kindheit an umgeben von den Lehren und der Weisheit des Sufismus, da sowohl sein Vater, als auch sein Großvater Meister der Schule waren. Als Professor Angha am 22. September 1962 durch seinen Vater zum Meister ernannt wurde, war er gut auf diese verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet. Während der vorhergehenden dreißig Jahre hatte er die strenge Ausbildung seines Vaters durchlaufen, welcher seinen Sohn darin bestärkte, seine beachtliche Intelligenz auf vielen Gebieten zu trainieren, darunter: Philosophie, Theologie, Lyrik, Mathematik, Physik, Astronomie und Alchemie.
Die Lehren Hazrat Shah Maghsouds öffneten ein neues Kapitel im Sufismus und die Realität des Islam wurde bekannt wie niemals zuvor. Durch Hazrat Shah Maghsouds immenses Wissen auf den unterschiedlichsten Gebieten, seine vielen Schriften und unaufhörlichen Bemühungen, wurde der Sufismus für Suchende auf der ganzen Welt zugänglich. Aus diesem Grund ist die Schule bekannt als Maktab Tarighat Oveyssi Shahmaghsoudi.
So, wie sein Großvater und sein Vater vor ihm den nächsten Pir ernannt hatten, ernannte Professor Angha am 4. September 1970 offiziell seinen Sohn Hazrat Pir, Molana Salaheddin Ali Nader Angha, den 42. Meister der Maktab Tarighat Oveyssi, zu seinem Nachfolger.

Professor Angha verstarb am 17. November 1980, jedoch nicht ohne der Welt einen reichen Schatz an Wissen zu hinterlassen, dem er sein Leben und sein Werk gewidmet hatte.
Im Verlauf seines Lebens hat Professor Angha mehr als 150 Prosa- und Lyrikwerke geschrieben, darunter: „Manifestation der Gedanken", „Ghazaliyat", „Das Geheimnis der Menschheit" (das die drei Schriften: „Nirvan", „Die Botschaft des Herzens" und „Psalmen der Götter" enthält), „Al-Rasa´el", „Traditionelle Iranische Medizin" und „Die verborgenen Nischen des Lebens". Von den lebhaften Bildern der Gedichte in Ghazaliyat bis zur komplexen Argumentationsweise in „Die Theorie der Teilchenstruktur", fahren diese Schriften fort zu unterweisen, Vergnügen zu bereiten und zu erstaunen, wobei sie alle fest verwurzelt sind in göttlich übermitteltem Wissen.
1976 führte ein japanischer Biologe ein Interview mit Professor Angha. Das Ergebnis dieses Zusammentreffens wurde in dem Buch „Morgendämmerung" veröffentlicht, das nicht nur eine hervorragende Einführung in die Gedanken von Professor Angha, sondern auch in die Lehren des Sufismus als Ganzes ist. In diesem Interview formulierte Professor Angha den Gedanken, der einen zentralen Punkt im Denken seines Sohnes bezüglich des echten Weltfriedens darstellt: „Prinzipien, die in der Begrenzung verwendet werden, sind keine Mittel um die Unendlichkeit zu entdecken".
Sufismus, wie er von Professor Angha gelehrt wurde, ist sowohl die Kunst als auch die Wissenschaft, metaphysische Prinzipien auf die physikalische Welt anzuwenden. Ein Beispiel hierfür ist eine Gedenkstätte in der Nähe von Novato, Kalifornien, die von Hazrat Pir für seinen geliebten Vater entworfen wurde. Überträgt man die Dimensionen des Gebäudes entsprechend der Buchstaben- und Zahlenlehre (Jafr) in Buchstaben, so erhält man den Namen seines Vaters.
Die einzelnen Bestandteile des Daches treffen in einem Punkt zusammen, der die Vereinigung des Einzelnen mit Gott darstellt, was bedeutet, dass Gott in den Himmeln des Herzens, dem reinen und erhabenen Zustand eines jeden Einzelnen, erkannt werden kann. Zusätzlich zum Entwurf des Gebäudes schafft der gekonnte Wechsel der vielfältigen Details bemalter Stuck mit Spiegeleinlagen, Mosaikfliesen mit Gold, Kalligraphien und der glatte Fußboden aus schwarzem Marmor eine immer währende Erinnerung an den großen Meister.